
Vor der Cadolzburg
SPD: Mehr Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum
Innovative Mittelstandsbetriebe, zwei soziale Leuchtturmprojekte und die Cadolzburg standen auf dem Programm einer Landtags-Delegation, zu dem SPD-Kreisvorsitzender Michael Bischoff und die einheimische MdB Marlene Rupprecht gleich drei MdLs begrüßen konnte.
Horst Arnold, SPD-Betreuungsabgeordneter aus Fürth und Organisator dieser „Regionaltour“, Christa Naaß, stv. SPD-Fraktionsvorsitzende aus Gunzenhausen, und ihr Nürnberger Kollege Stefan Schuster staunten nicht schlecht, als ihnen zu Beginn Erwin Christofori im gleichnamigen Ingenieurbüro die bahnbrechenden Erkenntnisse erläuterte, die das inzwischen 35 Mitarbeiter zählende Roßtaler Büro mit dem „3D-Laserscan“-Verfahren gewinnen kann. Dieses „geodätische“ Verfahren zur 3D-Vermessung ist geeignet für die Gebäude- und Bestandsvermessungen und kann auch als Basis für Restaurierungen oder zur Dokumentation von archäologischen Grabungen verwendet werden. Letztere führte Erwin Christofori mit seinem Team im Graben der Cadolzburg ebenso durch wie in den Tempelanlagen im irakischen Babylon.
Dailog-Marketing-Spezialist unterstützt das MGH
Beim Firmenrundgang in der Ammerndorfer „Dataform Dialogservices“ erläuterten die beiden Geschäftsführer Werner Neumann und Walter Dinkelmeyer der SPD-Delegation die vielfältigen Möglichkeiten des Dialogmarketings, die von den fränkischen Standorten in Ammerndorf, in Großweismannsdorf und Nürnberg mit rund 350 Mitarbeitern erbracht werden. Kunden wie der FC Bayern und Novartis schätzen die vielfältige Kompetenz des bodenständigen Mittelstandsunternehmens, das vom Mailing über e-commerce bis zur Lagerung und Logistik von Versandartikeln eine äußerst breite Angebotspalette bietet. Trotz massiver Überkapazitäten in der Branche zeigten sich die beiden Geschäftsführer zuversichtlich, nach der „Delle“ durch die Wirtschaftskrise heuer beim Umsatzvolumen kräftig zulegen zu können.
Dies würde auch das Ammerndorfer Mehrgenerationenhaus freuen, das von Dataform bislang engagiert unterstützt worden ist, aber derzeit um den Fortbestand der öffentlichen Förderung fürchtet. Auf der Baustelle des Projekts gaben SPD-Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht und ihre drei Landtagskollegen gegenüber Bürgermeister Franz Schmuck und MGH-Leiterin Marlen Laurien ein eindeutiges Bekenntnis zum Fortbestand der Mehrgenerationenhäuser ab. Marlene Rupprecht bekräftigte, dass man die Häuser nach Auslaufen der Anschubfinanzierung durch den Bund vor allem für Aufgaben der Elternbildung weiter fördern könne. Horst Arnold, Christa Naaß und Stefan Schuster wiederum waren sich einig, dass Einrichtungen wie das junge Ammerndorfer Mehrgenerationenhaus gerade im ländlichen Bereich für die Gestaltung des demografischen Wandels äußerst wichtig seien und deshalb auch die Unterstützung des Freistaats verdient haben.
Noch zu viele „Baustellen“ auf der Cadolzburg
Um große Summen ging es auch beim Rundgang durch die Cadolzburg. Hier erläuterte Michael Bischoff den Gästen, dass bis 2008 rund 27,5 Mio in den Wiederaufbau der 1157 erstmals urkundlich erwähnten und 1945 abgebrannten Veste ausgegeben worden sind. Nach wie vor hat der Freistaat kein Konzept für die Nutzung des Areals, nachdem ein Deutsches Burgenmuseum vor Jahren an Kompetenzstreitigkeiten verschiedener Stellen gescheitert ist. So warten die Cadolzburger sehnlichst auf die Komplettierung des bereits halb fertigen Erkersaals ebenso wie auf den Einbau der Eichensäule im „Eichensaal“, die bereits seit Jahren in einem Nebenraum lagert.
Nachdem derzeit kein Cadolzburger Landtagsabgeordneter die jahrzehntelange „Überzeugungsarbeit“ von Ex-MdL Heiko Schultz zu Gunsten der Burg fortsetzen kann, gaben SPD-Ortsvereinschef Dr. Klaus Köppel und Michael Bischoff ihren Gästen den Wunsch mit auf den Weg, dass sich die sozialdemokratische Landtagsfraktion für das fränkische Wahrzeichen einsetzen und das Ziel einer vielfältig nutzbaren und für die Bürger offenen Cadolzburg nicht aus den Augen verlieren wird.
SPD: Auch der ländliche Raum braucht Zukunft
Zum Abschluss des Besuchsprogramms informierten sich die SPD-Mandatsträger bei Wilhermsdorfs Bürgermeister Harry Scheuenstuhl über das Projekt eines „Betreuten Wohnens“, dass unter der Regie der Diakonie für 22 betagte Mitbürger in unmittelbarer Nähe des Festplatzes entstehen soll. Auch wenn noch einige Details zu klären sind, ist sich Harry Scheuenstuhl sicher, damit das Ziel erreichen zu können, „dass unsere alten Mitbürger zum Lebensende hin weiter im Ort bleiben können und nur noch in seltenen Fällen in auswärtige Pflegeeinrichtungen gegeben werden müssen.“ Viele Nachfragen seitens der ebenfalls eingeladenen Vertreter von Seniorenräten und Altenclubs zeigten, dass der Wilhermsdorfer Weg viel Zustimmung findet.
SPD-Kreisvorsitzender Michael Bischoff dankte den vier Abgeordneten für ihre Tour durch den Landkreis: „Die Landes- und Bundespolitik dürfen unsere Gemeinden beim Erhalt der Infrastruktur und der Bewältigung der sozialen und kulturellen Herausforderungen nicht alleine lassen, wenn wir ein Anwandern von Menschen, Firmen und Zukunftschancen aus den ländlichen Regionen vermeiden wollen.“